Pässewoche

Viele Höhenmeter, schnelle Abfahrten und ein Spitalbesuch. Die Pässewoche 2019 ist bereits Geschichte, doch sie lässt sich noch etwas detaillierter beschreiben.

 

Wir starten mit einer coolen Gruppe aus U19 und U17 Fahrern. Sechs Tage trainierten wir im Engadin, genauer gesagt in Pontresina. Die Wetterprognosen zeichneten für die Woche noch ein durchzogenes Bild mit kühlen Temperaturen zwischen 14 und 18 Grad Celsius. Zum Glück sind diese Prognosen nicht in Stein gemeisselt.

 

Der erste Tag wurde hauptsächlich "flach" verbracht. Die einzige Schwierigkeit des Tages bestand im Julier, der für kurze intensive Einheiten genutzt wurde.

 

Anfangs Woche lockten uns die eher unsicheren Prognosen und die grossen Namen aus dem Giro d'Italia zu den südlichen Nachbarn. Vom Fernsehen wissen wir, wie die Profis die Anstiege hochfliegen, doch wie hart sind diese Berge wirklich? - Der erste Anstieg, auch bekannt als Mortirolo mit seinen beinahe konstanten zweistelligen Steigunsprozenten, liess die Kräfte mit jedem Tritt schrumpfen. Sprinter sind wirklich nicht zu beneiden, wenn sie in der dritten Girowoche ums Überleben kämpfen. Dem nicht genug, ein Katzensprung weiter lieg der Fuss des Gavia Pass. Mit seinen 2'621 m.ü.M merkte man bereits wie die Luft dünner wurde. Ein echtes Highlight zum Wochenstart mit perfekt sonnigem Wetter.

 

Wer denkt der Gavia ist lang, der sollte bedenken, dass das Dach der Pässewoche im selben Land liegt und noch einige Serpentinen mehr hergibt. Ein absoluter Klassiker unter den Pässen, der jeder Radfahrer erlebt haben muss. Ihr ahnt es, die Rede ist vom Stelvio. 48 Kehren purer Spass oder auch grosses Leiden, je nach Formstand. Vom Ofenpass über die highspeed Abfahrt nach Prad im Tirol wirkte das Monument noch zahm. Doch der erste Blick nach ganz oben auf 2'800 m.ü.M liess auch die stärksten Beine am aktuellen Tritt zweifeln. Mit CO2 in den Lungen und 1972 hm in den Beinen, erreichten alle erstaunlich locker das Dach der Woche. Gestärkt vom Lunch auf der Passhöhe wurden die Strapazen mit einer der schönsten Abfahrten nach Bormio belohnt.

 

Über die Gesamte Woche wurden 13 Passhöhen erklommen. Wer denkt wir schummeln, der Maloja wurde natürlich nicht mitgezählt. Da Petrus mit uns gnädiger war als vorhergesagt, verschonte er uns die gesamte Woche mit dem kalten Nass.

 

Ein grosses Dankeschön an alle Teilnehmer für die lustigen Abendessen und kleinen Anekdoten neben und auf dem Fahrrad. Wir durften abgesehen von zwei Plattfüssen ohne Stürze und Defekte nach Hause zurückkehren. Gute Besserung wünschen wir Xeno Schiess, der aus gesundheitlichen Gründen zwischenzeitlich das Spitalbett hüten musste.

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